„Klärchen“ hat Pickel … Sonnenflecken am 08. Juli 2023

Die steigende Sonnenaktivität beschert uns Sonnenbeobachtern immer neue Sonnen-fleckengruppen. So auch am Nachmittag des 8. Juli 2023. An diesem Tag ergab sich auch für mich die Möglichkeit mit meinem Equipment einen intensiveren Blick auf die Sonne zu werfen. Für die folgend beschriebene Beobachtung wurde der 130/910 f/7 APO-Refraktor und eine QHY 5III – 178 CMOS-Kamera eingesetzt. Als Sonnenfilter diente ein Baader-Astrosolar-Foliefilter.

An dieser Stelle gleich ein wichtiger! Hinweis. Erblindungsgefahr!! Die Sonne darf nur mit dafür geeigneten Sonnenfiltern beobachtet werden.

Sonnenflecken sind dunkle Stellen auf der scheinbaren Sonnenoberfläche, der Photosphäre. Sie sind kühler und strahlen daher weniger sichtbares Licht ab als die umgebende „Oberfläche“. Ihre Zahl und Größe bilden das einfachste Maß für die gegenwärtige Sonnenaktivität. Die Häufigkeit der Sonnenflecken unterliegt einem durchschnittlichen Zyklus von 11 Jahren. Gegenwärtig nimmt die Aktivität der Sonne deutlich zu. Die Flecken werden durch starke Magnetfelder erzeugt.

Über zwei markante Fleckengruppen möchte ich an dieser Stelle berichten. In der nördlichen Hemisphäre war die Fleckengruppe 3361 mittlerweile zu einer E-Gruppe gewachsen und zeigte viele Umbren und Penumbren. Eine Umbra ist der dunkelste Teil eines Flecks und die Penumbra der etwas hellere Hof darum. E-Gruppen können Ausdehnungen von bis zu 10 Erddurchmssern aufweisen, aus bis zu 100 Flecken (Umbren) bestehen und sie treten überwiegend bei hoher Sonnenaktivität auf.

Fleckengruppe 3361, Typ E am 08. Juli 2023, 13:15 Uhr UT, Gartensternwarte Oberwiesenthal, TS 130/910 f/7 APO mit QHY 5III-178M CMOS-Kamera. Ausschnittsvergrößerung

Am Ostrand befand sich die riesige F-Gruppe 13363. Sie war auch mit geeigneten Schutz mit dem bloßen Auge sichtbar. Da sich die Gruppe nah am Sonnenrand befand, waren auch eine Vielzahl von sogenannten Faculuae bzw. Fackeln zu sehen. Währenddessen die Sonnenflecken ca. 1.000 bis 1.500 Kelvin kühler als der Durchschnitt der Photosphäre sind, sind die Faculae etwa 1.500 Kelvin heißer und somit auch heller. Sie können im Weißlicht nur in der Nähe des Sonnenrandes beobachtet werden. Hier treten sie durch die typische Randverdunklung hervor. Die „Sonnenoberfläche“ bzw. die Photosphäre ist natürlich nicht völlig glatt. Die „rauhe“ Struktur in der Umgebung der Flecken nennt man Granulation.

Fleckengruppe 13363, Typ F am 08. Juli 2023, 13:15 Uhr UT, Gartensternwarte Oberwiesenthal, TS 130/910 f/7 APO mit QHY 5III-178M CMOS-Kamera. Ausschnittsvergrößerung

Da die Sonnenaktivität weiter im Ansteigen ist, bleibt es natürlich weiter spannend. Unser Zentralgestirn zeigt uns jeden Tag ein anderes „Gesicht“. Ich beobachte die Sonne bereits seit über 20 Jahren mehr oder minder regelmäßig visuell im sogenannten Weißlicht, sprich im sichtbaren Licht. Die hier gezeigten Aufnahmen der beiden Gruppen sind meine ersten ernsthaften Beobachtungen mittels einer CMOS-Kamera. Hier stehe ich noch am Anfang. Auch die H-Alpha-Beobachtungen sind ein spannendes Gebiet, wie im vorangegangenen Beitrag beschrieben.

Veröffentlicht von funastro63

webmaster drebachsouth.net

Hinterlasse einen Kommentar