Komet C/2023 – A3 (Tsuchinchan-Atlas)

Komet C/2023-A 3 (Tsuchinchan-Atlas) am 25.10.2024 um 19:43 Uhr MESZ. Canon EOS 6D Mark I,Tamron 28-7mm Zoom, f/3.6, ISO 3200, 10s belichtet. Foto: Guido Wollenhaupt

Am 1. März 2023 wurde im Forum der Fachgruppe Kometen der VdS über die Entdeckung eines Kometen mit der Bezeichnung:  C/2023 A3 (TSUCHINSHAN-ATLAS) berichtet. Anlass war die Mitteilung Nr. CBET 5228 des Central Bureau for Astronomical Telegrams. Demnach wurde das noch sehr lichtschwache Objekt von damals nur 18. Größe von drei Observatorien zu unterschiedlichen Zeiten beobachtet. Die Beobachtungen vom 9. Januar 2023 vom Purple Mountain Observatoy in China und vom 22. Februar 2023 am Standort des „Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS)“ in Südafrika konnten dem gleichen Objekt zugeordnet werden.

In der Folge konnten mehrere Beobachtungen von Pan-STARRS 2 auf Hawaii vom 9. April 2022 bei einem Sonnenabstand von 9,9 AE und einer Helligkeit von 23 mag zugeordnet werden.

Bereits zum Zeitpunkt der Meldung wurde für den September 2024 eine mögliche Helligkeit von ca. 1 mag prognostiziert. Konservativere Schätzungen beliefen sich auf ca. 3 mag. Zeitweise wurden sogar maximale Helligkeiten nahe dem Perihel des Kometen von bis zu -4,0 mag vorhergesagt. Allerdings ist bei allzu optimistischen Prognosen immer Vorsicht angemahnt. Die Periheldistanz sollte ca. 58 Mio. km betragen. Diese Nähe zur Sonne muss nun ein Komet auch überstehen. So manch hochgehandelter Komet tauchte nach dem Perihel nicht mehr auf. So zum Beispiel C/2012 S1- ISON.

Die Community der Kometenbeobachter verfolgte Tsuchinshan-Atlas in den folgenden Monaten konsequent weiter und die Vorhersage einer maximalen Helligkeit von ca. 1,0 Mag schien auf Grund des beobachteten Trends auch einzutreffen. Bereits im April 2024 näherte sich seine Helligkeit der 10 mag-Grenze. Zwischenzeitlich flachte der Helligkeitsanstieg etwas ab um dann später im August wieder schnell anzusteigen.  Für Beobachter auf der Nordhalbkugel verlief die scheinbare Bahn des Kometen im Sommer 2024 aber zunächst so ungünstig, dass er in den zwei Monaten vor seiner größten Annäherung an die Sonne Ende September nicht zu beobachten war. Für Beobachter auf der Südhalbkugel sah das deutlich günstiger aus In den letzten Septembertagen konnte er dann am Morgenhimmel sowohl auf der Südhalbkugel als auch auf der Nordhalbkugel bereits dicht über dem Horizont mit langem Schweif fotografiert werden, die Helligkeit hatte inzwischen die ursprünglich prognostizierten 3 mag erreicht.

Hier in Deutschland waren die Beobachtungsmöglichkeiten während der Sichtbarkeit des Kometen überwiegend bescheiden. Immer wieder spielte das Wetter einen Streich.

Werden wir C/2023 A3 – Tsuchinshan Atlas irgendwann einmal wiedersehen? Nach den Bahnelementen, wie sie in der JPL Small-Body Database angegeben sind bewegte er sich lange vor seiner Annäherung an die Sonne noch auf einer fast parabolischen, aber mit einer Exzentrizität äußerst knapp unter 1 gerade noch elliptischen Bahn. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt der Komet aus den äußeren Bereichen der Oortschen Wolke. Durch Ausgasungseffekte wird sich seine Bahnexzentrizität etwas verringern, wodurch sich die große Halbachse bei 16.000 AE verkürzen. Daraus resultiert dann eine Umlaufzeit um die Sonne von etwa 2 Millionen Jahren. In den nächsten Monaten wird er sich also in die Tiefen des Sonnensystems zurückziehen. Uns bleibt nur auf das nächste Kometen-Ereignis, verbunden mit mehr Wetterglück, zu warten.

Veröffentlicht von funastro63

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