Polarlichter über Erfurt

Trotz langsam zurückgehender Sonnenaktivität ist immer wieder mit koronalen Masse-auswürfen (CMD) und starken Flares auf der Sonne zu rechnen. Diese können auf der Erde für spektakuläre Polarlichter sorgen. Eine Voraussetzung ist dafür natürlich, dass diese Ereignisse in Richtung Erde stattfinden, sich also die von der Sonne ausgeworfenen Teilchen die Erde treffen.

Am Samstag, den 17. Januar 2026 kam über Meteoros-Forum des Arbeitskreises Meteore der Vereinigung der Sternfreunde (AKM e.V.) die Meldung, dass es einen erdgerichteten koronalen Masseauswurf im Zusammenhang mit eine X 1.9 – Flare gab und in zwei Tagen mit dem Eintreffen der Teilchenwolke zu rechnen ist. (Verlauf).

Was Polarlichtbeobachter eine Mega-Sache ist, stellt aber z. Bsp. für Betreiber von Satelliten, Funknetzen oder Stromerzeuger keine gute Nachricht dar. Das was da nach einem solchen Flare („X“ ist die höchste/stärkste Klasse) auf der Erde eintrifft, kann unter anderem Satelliten beschädigen, Astronauten auf der ISS gefährden und für Probleme im Funk- und Stromnetz sorgen. Ein extremes Beispiel dafür war das Carrington-Ereignis aus dem Jahr 1859.

Mit dem Eintreffen des Teilchenstroms war am 19. Januar 2026 zu rechnen. Vorausgesetzt die Richtung stimmte und die Front traf auch die 12.742 km-große Erdkugel.

Er traf, und wie!! Es war für mich das stärkste Polarlicht-Ereignis was ich bisher erleben durfte. Es war gigantisch. Einen Vergleich zu solchen Ereignissen in Norwegen, Schweden, Finnland oder Kanada habe ich sicher nicht, da ich Polarlichter bisher nur in Mitteleuropa beobachtet habe.

Erste Sichtung am 19.01.2026 um 21:53 Uhr MEZ von meinem Balkon in Erfurt. Blickrichtung NNW

Das Wetter war sehr gut, die Nacht war klar und kalt. Beobachtet habe ich das Ereignis von den Balkons einer Maisonette-Wohnung mitten aus dem Erfurter Stadtgebiet heraus. Die Fotos in der folgenden Galerie entstanden alle mit einem Handy. Jetzt ist das sicher nicht das optimalste fotografische Arbeitsgerät. Aber man darf über all dem Fotografieren das Erleben eines solchen Naturschauspiels nicht vergessen.

Die Polarlichter waren in vielen Teilen Europas und Deutschlands sichtbar. Wer klaren Himmel hatte, konnte das Event ausgiebig genießen. Die südlichsten Sichtungen der Polarlichter gab es übrigens in Portugal.

Die nachfolgenden Aufnahmen entstanden freihand alle am 18.01.2026 in Zeit von 22.00 Uhr bis ca. 23:30 Uhr MEZ mit einem IPhone 11. Belichtungszeit jerweils 3s.

Beobachtung der Geminiden 2025

Neben den Perseiden, die mit vielen Sternschnuppen um den 12. August jedes Jahres die Menschen in den Bann ziehen, gibt es einen weiteren bemerkenswerten Meteorstrom, der im Monat Dezember zu beobachten ist. Die Geminiden. Jedes Jahr im Dezember kreuzt die Erde die Bahn einer vom Asteroiden (3200) Phaethon ausgehende Partikelwolke. Der scheinbare Ausgangspunkt der Meteore am Himmel, der Radiant, liegt nahe Castor, dem Hauptstern des Sternbilds Zwillinge. Aufgrund einer hohen Fallrate (ZHR – Zenithal Hourly Rate) von bis zu 140 Meteoren in der Stunde sind die Geminiden manchmal der stärkste Meteorstrom des Jahres. Während des, über der ganzen Nacht beobachtbaren Maximums vom 13. zum 14. Dezember sind es mindestens zwischen 30 – 60 Meteore.

Die Beobachtung dieses Ereignisses ist recht einfach. Es braucht kein Teleskop oder Fernglas. Es genügt ein dunkler Platz mit freiem Blick zum Himmel mit möglichst wenig Fremdlicht. Da mit Beginn der Dunkelheit das Sternbild Zwillinge im Osten aufgeht, sollte man die Beobachtung am Osthimmel beginnen und dabei auch nach Nordost, Südost bzw. in den Zenit schauen. Im Laufe der Nacht bewegt sich der Radiant wie alle Gestirne über den Meridian (Süden) nach Westen. Dabei erreicht der Radiant gegen Mitternacht eine Höhe von 57 Grad über dem Horizont. Die höchste Fallrate tritt dann auch gegen Mitternacht auf. Wegen der Struktur der Partikelwolke treten die helleren Meteore gehäuft nach dem Maximum auf. Das heißt für den Beobachter Nachtschicht.

In diesem Jahr konnte ich erst in der Nacht vom 14. zum 15. Dezember meine Beobachtung der Geminiden durchführen. Fast hätte ich dieses Ereignis gar nicht beachtet, wäre da nicht ein sehr heller und lange sichtbarer Meteor gewesen, der uns auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt daran erinnerte. Die Beobachtung führte ich auf dem heimischen Balkon mit meiner Canon EOS 6D Mark II und dem EF 24/105 L-Objektiv mit 24 mm Brennweite durch. Die Blende wurde auf f/4.5, die ISO-Zahl auf 2000 und die Belichtungszeit auf 15s eingestellt. Ein Intervall-Timer sorgte für 255 Aufnahmen bei der zweieinhalbstündigen Session. Die so entstandenen Aufnahmen wurden am nächsten Tag ausgewertet. Sechs gut sichtbare Meteore konnten in dieser Zeit sicher den Geminiden zugeordnet werden. Ein Ergebnis seht Ihr unter dem Text. Weitere folgen.

Die Mondfinsternis am 07.09.2025


Mondfinsternis vom 7.9.2025, 19:44 Uhr MESZ, Canon EOS 6DII mit EF 100/400 L bei 400 mm Brennweite, Ausschnit,t mit im Bild der Planet Saturn

Wie im vergangenen Blogbeitrag beschrieben, konnte am 7. September 2025 über dem Erzgebirge wieder eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Jedoch war sie in unserer Region nicht in voller Länge beobachtbar. Zum Beginn der Totalität (Mond ist vollständig im Erdschatten) befand sich der Mond von uns aus gesehen noch unter dem Horizont. Der Mond ging also schon verfinstert auf.
Um freie Sicht auf den Ausgangspunkt des Mondes am östlichen Horizont zu haben, bot sich der Fichtelberg an. Der Ausgangspunkt des Mondes lag bei Azimut: 101°28′ 21.3″ OSO).

Nachfolgend nochmal die Kontaktzeiten für Annaberg-Buchholz:

Mondaufgang: 19:36:19 Uhr MESZ

Ortsunabhängige Finsternis-PhasenUTC-ZeitOrtszeit Annaberg-Buchholz*Sichtbar in Annaberg-Buchholz
Halbschattenfinsternis beginnt7. Sep, 15:28:257. Sep, 17:28:25Nein, unterhalb des Horizonts
Partielle Finsternis beginnt7. Sep, 16:27:097. Sep, 18:27:09Nein, unterhalb des Horizonts
Hauptphase beginnt7. Sep, 17:30:487. Sep, 19:30:48Nein, unterhalb des Horizonts
Max. Verdunkelung7. Sep, 18:11:477. Sep, 20:11:47Ja
Hauptphase endet7. Sep, 18:52:517. Sep, 20:52:51Ja
Partielle Finsternis endet7. Sep, 19:56:317. Sep, 21:56:31Ja
Halbschattenfinsternis endet7. Sep, 20:55:087. Sep, 22:55:08Ja

Quelle: www.timeanddate.de

Ich nutzte an diesem Abend eine Standort am Rande des Plateaus des Fichtelberges (1215m ü. NN). Leider hatte sich das zunächst sehr vielversprechende Wetter im Laufe des Nachmittags deutlich verschlechtert. Ein kalter scharfer Wind kam auf, der Horizontdunst wurde sehr dicht und die Temperatur auf dem Fichtelberg betrug bei Beginn meiner Beobachtung noch 9 Grad Celsius. Ich nutzte für die fotografische Dokumentation meine Canon EOS 6D Mark II DSLR mit einem Canon EF 100/400 L – Objektiv. Die Aufnahmebrennweite betrug 400 mm.

Nachfolgend eine Collage meiner Beobachtung vom 7. September 2025:

Tipp: Mondfinsternis am 07.09.2025

Collage des Verlaufs der Mondfinsternis vom 21.01.2029, beobachtet vom Balkon in Erfurt

Heute Abend können wir wieder eine totale Mondfinsternis in Mitteleuropa beobachten. Jedoch ist aus unserer Region dieses Ereignis nicht in voller Länge zu verfolgen. Selbst bei Beginn der Hauptphase (Totalität) befindet sich der Mond noch unter dem Horizont.
Um diese Finsternis einigermaßen gut beobachten zu können, muss man einen Ort aufsuchen, der freie Sicht auf den östlichen Horizont bietet. In unserer Region bleibt nur die Fahrt auf einen Berg, der höher ist als das umliegende Relief. Bspw. Fichtelberg, Bärenstein oder der Pöhlberg. Wichtig ist natürlich freie Sicht auf den Aufgangspunkt des Mondes (Azimut: 101°28′ 21.3″ OSO).

Nachfolgend Zeiten für Annaberg-Buchholz:

Mondaufgang: 19:36:19 Uhr MESZ

Ortsunabhängige Finsternis-PhasenUTC-ZeitOrtszeit Annaberg-Buchholz*Sichtbar in Annaberg-Buchholz
Halbschattenfinsternis beginnt7. Sep, 15:28:257. Sep, 17:28:25Nein, unterhalb des Horizonts
Partielle Finsternis beginnt7. Sep, 16:27:097. Sep, 18:27:09Nein, unterhalb des Horizonts
Hauptphase beginnt7. Sep, 17:30:487. Sep, 19:30:48Nein, unterhalb des Horizonts
Max. Verdunkelung7. Sep, 18:11:477. Sep, 20:11:47Ja
Hauptphase endet7. Sep, 18:52:517. Sep, 20:52:51Ja
Partielle Finsternis endet7. Sep, 19:56:317. Sep, 21:56:31Ja
Halbschattenfinster-nis endet7. Sep, 20:55:087. Sep, 22:55:08Ja

Quelle: www.timeanddate.de

Weitere Informationen und Grafiken findet Ihr hier: https://sternfreunde.de/2025/09/05/totale-mondfinsternis-am-7-september-2025/

Viel Erfolg beim Beobachten. Weiteres im nächsten Blogbeitrag.

Venus und Jupiter ganz nah beieinander

Venus und Jupiter bilden zur Zeit am Morgenhimmel ein interessantes Paar. Hell und sehr markant stehen der Riesenplanet Jupiter und die Venus sehr nah (nur 0,51 Grad) beieinander. Es ist die schönste Planetenbegegnung in diesem Jahr. Manch einer möge dieser Begegnung die Aussicht auf Macht, Geld und Liebe zuordnen.

In Wirklichkeit ist es nur die derzeitige Position von zwei Planeten unseres Sonnensystems in der gleichen Richtung. Nah sind sich die beiden gar nicht. Jupiter (der schwächere von beiden) befindet sich derzeit in einer Entfernung von 888 Millionen km. Venus dagegen nur 185 Millionen km. Ein immenser Unterschied. Schon morgen werden beide Planeten wieder deutlich von einander getrennt stehen. Venus wird zügig den „Ort der Begegnung“ verlassen. Sie bewegt sich schneller.

Um das ganze zu veranschaulichen anbei auch ein Foto, heute morgen mit dem Handy aufgenommen. Statt die Kamera aufzubauen, habe ich lieber den Augenblick genossen und auch ein bissel nach den Perseiden geschaut. Da aber der Mond in diesem Jahr ein störender Geselle ist, konnte ich keine der „Tränen des Laurentius“ entdecken. Aber es bleiben ja noch ein paar Nächte.

Die Sonne am 11. August 2025

Gutes Wetter „verleitet“ zum Beobachten. Auch am 11.08.2025 war die Sonne dran. Trotzdem das Wetter super ist im oberen Erzgebirge (seit langem mal wieder), lässt das Seeing1 am Nachmittag wieder zu wünschen übrig. Deswegen ist bei allem Bemühen kein top scharfes Sonnenbild hinzubekommen. Vormittags gelingt mir das zeitlich leider nicht. Dann wäre sicher das Seeing besser, da die steigenden Temperaturen die Luft noch nicht so in Bewegung gebracht hätten.

Die heutige Beobachtung ergab eine Relativzahl von 140. Diese Zahl weicht sicher von der Relativzahl großer Observatorien ab. Es ist die von mir mit meinem Instrumentarium ermittelte Relativzahl. Diese setzt sich zusammen aus der Anzahl der Fleckengruppen multipliziert mit 10 und der dazu addierten Anzahl der Einzelflecken zusammen. Am 11. August somit 10 Fleckengruppen und 40 Flecken.

Beobachtet wurde wieder mit dem 130/910 APO mit Baader FFC und der Canon EOS 6DII. Als Sonnenfilter wurde ein Baader-Astrosolar-Foliefilter eingesetzt. Die Relativzahl wurde aus dem Foto ermittelt.

Sonne am 11. August 2025, 14:30 Uhr UT, Sonnenbild ist etwas gedreht. West liegt bei 4 Uhr
  1. Seeing: Athmosphärischer Einfluss auf die Qualität des Fernrohrbildes. Die Luft ist nie ruhig. die Athmosphäre macht sich durch Unschärfen (Flimmern) im Bild bemerkbar ↩︎

Die Sonne am 10. August 2025

Die Sonne zeigte sich am 10.08.2025 gegen 13.45 Uhr wieder mit einer Anzahl an Fleckengruppen. Die Relativzahl für diesen Beobachtungszeitpunkt beträgt 143. Der Schwerpunkt lag in der nördlichen Hemisphäre. Die Fleckengruppen reihten sich entlang des Äquators auf. Drei größere Gruppen beherrschen das Bild. Die D-Gruppe am Westrand zeigte sich auch mit einem größeren Fackelgebiet (die weißen Strukturen im Bild). Diese Strukturen sind ungefiltert nur am Sonnenrand sichtbar. Eine kleiner Gruppe mit Fackeln findet sich am Ostrand. Wieder ein schöner Anblick, leider bei schlechterem Seeing.

Die Beobachtung erfolgte mit einem 130/910 APO, einem Baader FFC und einer Canon EOS 6DII. Als Filter wurde wieder der Baader Astrosolar-Foliefilter eingesetzt.

Sonne im sichtbaren Licht am 10.August 2025, 13:45 UT

Die partielle Sonnenfinsternis am 29. März 2025

Am 29. März 2025 war es wieder möglich, im Erzgebirge eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Ein recht seltenes Ereignis. Für Oberwiesenthal lauteten die Daten der Finsternis wie folgt:

PhaseUhrzeit (MEZ)
Beginn (1. Kontakt)11:31:35 Uhr MEZ
Maximale Bedeckung (ca. 17%)12:16:44 Uhr MEZ
Ende 13:02:08 Uhr MEZ

Leider war das Wetter alles andere als optimal. Dichte Bewölkung zog über den Erzgebirgs-kamm. Es war sogar leichter Regen angesagt, wodurch ich dieses Ereignis bereits am Morgen „abgehakt“ hatte. Allerdings traf der Regen dann doch nicht ein und gegen 11.30 Uhr zeigte der graue Himmel erste Aufhellungen. 10 Minuten später gab es die erste Wolkenlücke, die einen kurzen Blick auf die bereits vom Mond deutlich „angeknabberte“ Sonnenscheibe ermöglichte.

Warnhinweis:
Bitte unbedingt beachten: Niemals, und damit meine ich wirklich niemals ohne geeigneten!!! Sonnenfilter in die Sonne schauen. Erst recht nicht mit einem Fernglas, durch einen Kamerasucher oder gar mit einem Teleskop. Die Augenschäden sind irreparabel und nicht mehr zu „reparieren“. Im Fokus (Brennpunkt) können 600 Grad Celsius oder mehr erreicht werden. Auch Schweißgläser, Rettungsdecken, Sonnenbrillen oder Filmenden sind ungeeignet!!!
Geeignete Filterfolien und Technik für die Sonnenbeobachtung gibt es hier: https://www.baader-planetarium.com/de/sonne.html?page=1

Also doch auf zur Sternwarte und den 130 mm – Refraktor startklar gemacht.
Es gab nur wenige sehr kurze „Wolkenlücken“, die einen Blick auf das Ereignis ermöglichten. Oftmals lag auch eine weitere Wolkenschicht dazwischen, was das Fotografieren durchs Teleskop nicht unbedingt einfacher machte. Insgesamt gelangen nur zwei! Bilder des der Finsternis. Anbei nun das Bessere von beiden:

Maximale Bedeckung bei der Sonnenfinsternis am 29.03.2025, 12:17 Uhr MEZ. TS 130/910 f/7 Refraktor mit Baader FFC und
Canon EOS 6 DII.

Auch wenn es nur ein Blick durch die Wolkenschleier ist: die Sonnenfinsternis konnte trotz der Wetterlage durch mich beobachtet werden. Außerdem gelang es (wider Erwarten) den Zeitpunkt der größten Bedeckung im Bild festzuhalten.

Die nächste partielle Sonnenfinsternis kann im Erzgebirge am 12. August 2026 ab ca. 19:10 Uhr MESZ mit deutlich höherem Bedeckungsgrad beobachtet werden. Allerdings tief im Westen. Kurz nach der maximalen Bedeckung gegen 20:11 Uhr MESZ geht die Sonne unter (20:33 Uhr MESZ).

Mond und Mars begegnen sich ganz nah

Am Sonntag, den 9. Februar 2025 gegen 20.00 Uhr MEZ bildeten unser Erdmond und der Planet Mars eine interessante Konstellation im Sternbild Zwillinge. Der Mond passierte an diesem Abend die Position des roten Planeten mit einem minimalen Abstand von 25 Bogenminuten. Ursache dieser Konjunktion ist, dass sich beide Himmelskörper von uns aus gesehen in einer ähnlichen Bahnebene bewegen, nämlich im Bereich des Tierkreises (Ekliptik). Dadurch kann es zu nahen Vorübergängen oder gar zur zeitweisen Bedeckung des Planeten durch den Mond kommen. Nachfolgend ein Screenshot der Software Stellarium:

Copyright: Stellarium

Fotografisch konnte ich das mit meiner Canon EOS 6D II und einem 100/400 Canon-Zoom auf den Chip bannen.

Nahe Begegnung von Mond und Mars am 09. Februar 2025, 20:00 Uhr MEZ

In Oberwiesenthal war das Ereignis visuell schwierig zu beobachten, da immer wieder Wolken durchzogen. Der Mond schien diffus durch diese Wolkendecke und Mars war in diesem diffusen Licht zeitweise gar nicht zu sehen. Auch die beiden Hauptsterne des Sternbilds Zwillinge, die mit dem Mars derzeit ein auffälliges Dreieck bilden, verblassten. Aber auch die hochliegende Bewölkung hat seinen Reiz, gab es doch parallel zu dieser Konjunktion auch noch zeitweise ein Mondhalo zu bewundern.

Mondhalo am 09. Februar 2025 über Oberwiesenthal, Foto: Guido Wollenhaupt mit IPhone 11

Halos entstehen durch Reflexion oder Lichtbrechung an Eiskristallen in etwa 8 bis 10 km Höhe. Sie können auch am Tage um die Sonne oder hellere Lichtquellen entstehen. Auch im sogenannten Eisnebel bilden Sie beeindruckende Lichteffekte.

Im Bild sind auch mehrere hellere Sterne zu sehen. Links vom Mond findet man beispielsweise Kastor und Pollux, die Hauptsterne des Sternbilds Zwillinge.

Komet C/2023 – A3 (Tsuchinchan-Atlas)

Komet C/2023-A 3 (Tsuchinchan-Atlas) am 25.10.2024 um 19:43 Uhr MESZ. Canon EOS 6D Mark I,Tamron 28-7mm Zoom, f/3.6, ISO 3200, 10s belichtet. Foto: Guido Wollenhaupt

Am 1. März 2023 wurde im Forum der Fachgruppe Kometen der VdS über die Entdeckung eines Kometen mit der Bezeichnung:  C/2023 A3 (TSUCHINSHAN-ATLAS) berichtet. Anlass war die Mitteilung Nr. CBET 5228 des Central Bureau for Astronomical Telegrams. Demnach wurde das noch sehr lichtschwache Objekt von damals nur 18. Größe von drei Observatorien zu unterschiedlichen Zeiten beobachtet. Die Beobachtungen vom 9. Januar 2023 vom Purple Mountain Observatoy in China und vom 22. Februar 2023 am Standort des „Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS)“ in Südafrika konnten dem gleichen Objekt zugeordnet werden.

In der Folge konnten mehrere Beobachtungen von Pan-STARRS 2 auf Hawaii vom 9. April 2022 bei einem Sonnenabstand von 9,9 AE und einer Helligkeit von 23 mag zugeordnet werden.

Bereits zum Zeitpunkt der Meldung wurde für den September 2024 eine mögliche Helligkeit von ca. 1 mag prognostiziert. Konservativere Schätzungen beliefen sich auf ca. 3 mag. Zeitweise wurden sogar maximale Helligkeiten nahe dem Perihel des Kometen von bis zu -4,0 mag vorhergesagt. Allerdings ist bei allzu optimistischen Prognosen immer Vorsicht angemahnt. Die Periheldistanz sollte ca. 58 Mio. km betragen. Diese Nähe zur Sonne muss nun ein Komet auch überstehen. So manch hochgehandelter Komet tauchte nach dem Perihel nicht mehr auf. So zum Beispiel C/2012 S1- ISON.

Die Community der Kometenbeobachter verfolgte Tsuchinshan-Atlas in den folgenden Monaten konsequent weiter und die Vorhersage einer maximalen Helligkeit von ca. 1,0 Mag schien auf Grund des beobachteten Trends auch einzutreffen. Bereits im April 2024 näherte sich seine Helligkeit der 10 mag-Grenze. Zwischenzeitlich flachte der Helligkeitsanstieg etwas ab um dann später im August wieder schnell anzusteigen.  Für Beobachter auf der Nordhalbkugel verlief die scheinbare Bahn des Kometen im Sommer 2024 aber zunächst so ungünstig, dass er in den zwei Monaten vor seiner größten Annäherung an die Sonne Ende September nicht zu beobachten war. Für Beobachter auf der Südhalbkugel sah das deutlich günstiger aus In den letzten Septembertagen konnte er dann am Morgenhimmel sowohl auf der Südhalbkugel als auch auf der Nordhalbkugel bereits dicht über dem Horizont mit langem Schweif fotografiert werden, die Helligkeit hatte inzwischen die ursprünglich prognostizierten 3 mag erreicht.

Hier in Deutschland waren die Beobachtungsmöglichkeiten während der Sichtbarkeit des Kometen überwiegend bescheiden. Immer wieder spielte das Wetter einen Streich.

Werden wir C/2023 A3 – Tsuchinshan Atlas irgendwann einmal wiedersehen? Nach den Bahnelementen, wie sie in der JPL Small-Body Database angegeben sind bewegte er sich lange vor seiner Annäherung an die Sonne noch auf einer fast parabolischen, aber mit einer Exzentrizität äußerst knapp unter 1 gerade noch elliptischen Bahn. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt der Komet aus den äußeren Bereichen der Oortschen Wolke. Durch Ausgasungseffekte wird sich seine Bahnexzentrizität etwas verringern, wodurch sich die große Halbachse bei 16.000 AE verkürzen. Daraus resultiert dann eine Umlaufzeit um die Sonne von etwa 2 Millionen Jahren. In den nächsten Monaten wird er sich also in die Tiefen des Sonnensystems zurückziehen. Uns bleibt nur auf das nächste Kometen-Ereignis, verbunden mit mehr Wetterglück, zu warten.