Ein neues Sonnenfoto entstand am 04.11.2024 um 13.15 Uhr MEZ mit dem 130 mm – Refraktor und einer Canon EOS 6D Mark II. Im Strahlengang befand sich ein Baader Flatfield Converter zur Brennweitenverlängerung. Das Sonnenlicht wurde mittels Baader Astrosolar-Filterfolie ND 5 abgeschwächt. Im Zentrum in der nördlichen Hemisphäre befindet die sehr markante Fleckengruppe 3879. Trotzdem es ein Einzelfleck zu sein scheint, finden sich in der Umgebung weitere sehr kleine Umbren bzw. Penumbren.
Sonne im Weißlicht am 04.11.2024 gegen 13:15 Uhr MEZ, Sternwarte Oberwiesenthal, Orientierung: Norden=oben, Osten=links.
Ein neues Bild der Sonne im Weißlicht (sichtbares Licht) entstand an meiner Sternwarte am 25.10.2024 um 11:56 Uhr MESZ. Die Sonne ist weiterhin sehr aktiv. Die größte Aktivität ist auf der Südhalbkugel (unten) zu beobachten. Der bisher beobachtete Trend, der derzeit auch immer wieder zu Polarlichtern (unter anderem auch in Deutschland beobachtbar) führte, setzt sich also fort. es bleibt also spannend.
Sonne am 25.10.2024, TS 130/910 Refraktor mit Baader FFC, Kamera: Canon EOS 6DII, fokal
Vor mehr als 20 Jahren konnte ich das erste Mal in meinem Leben Polarlichter mit den eigenen Augen beobachten und das hier im Erzgebirge. Das war Ende Oktober 2003. Es schimmerte rot durch eine dünne Wolkendecke und manchmal blinkte ein Stern aus dem „Matsch“. Meine Fotos waren dementsprechend. Zudem noch analog, d.h. das Ergebnis war nicht direkt kontrollierbar. Nach der Entwicklung von Film und Bildern im kommerziellen Labor war das dann entsprechend doch etwas enttäuschend. Meine Vereinskollegen in Drebach nutzten schon die ersten digitalen DSLR (Canon EOS 300D) und brillierten mit tollen Bilder.
Am Freitag, den 09.05.2024 kam ich von meinem Arbeitsort in Erfurt zurück nach Oberwiesenthal. Diverse Apps kündigten für den Abend und Nacht von Deutschland aus beobachtbare Polarlichter an. Also hieß es am Abend Ausrüstung schnappen und auf den Fichtelberg fahren und die gute Sicht nach Norden nutzen. Ein Wermutstropfen vornweg: meine Arca-Swiss-Schiene war verschollen und somit konnte ich mein Stativ nicht nutzen. Also improvisieren (ich fand sie übrigens später an meinem Fernglashalter wieder. Wer Ordnung hält…). Auf dem Parkplatz auf dem Fichtelberg war schon einiges los. Aber ich konnte noch einen guten Platz finden und meine Kamera auf einem Holzstamm auflegen. Visuell war ein grauer Schimmer im Norden auszumachen, der wie eine sommerliche späte Dämmerung aussah. Ein erstes Bild überzeugte mich davon, dass es in der Tat das Polarlicht war. Grünlich und rötlich schimmerte es vom Kameramonitor. Den rötlichen Bereich habe ich visuell zunächst gar nicht gesehen. Wie im Bild ersichtlich, störte noch der zunehmende Mond im Nordwesten.
Erste Aufnahme des Polarlichts vom 10.05.2024, Standort Fichtelberg, 21.34 Uhr MESZ, Canon EOS 6D Mark II mit Tamron 28/75 Zoom, f/5.6, ISO 640, 8s
Mittlerweile füllte sich der Parkplatz. Immer mehr Menschen kamen. Das Polarlicht wurde mal intensiver mal etwas schwächer und zeitweise war der rötliche Schimmer auch mit bloßem Auge zu sehen. Die Aktivität verlagerte sich nach Nordwesten. Weitere Aufnahmen folgten:
21.41 Uhr MESZ, Canon EOS 6D Mark II mit Tamron 28/75 Zoom, f/5.6, ISO 640, 13s
Dann lies das Spektakel stark nach und viele Besucher verließen daraufhin den Gipfel des höchsten Berges Sachsens. Gegen 23.30 Uhr nahm die Aktivität wieder stark zu. Zunächst zeigte sich das in grauen Streamern (Streifen, die fast senkrecht vom Himmel „fielen“. Dann waren sie so hell, dass man sie rötlich glimmen sah. Zunächst nur in Nordrichtung, dann überall. Auch im Süden waren grünliche Flecken durch die Cirrusbewölkung zu sehen. Ich wechselte mehrfach den Standort um neue Perspektiven und Motive zu finden.
23:48 MESZ, in östlicher Richtung. Im Vordergrund das Fichtelberghaus mit Aussichtsturm23:50 Uhr MESZ, vom gleichen Standort nach Norden. Im Vordergrund der Turm der Wetterwarte
Ein tolles Ereignis, was hier im Blog nur kurz wiedergegeben ist. Noch etwas zum Auslöser dieses Naturschauspiels:
Ursache dieses Naturereignisses war die Sonne. Polarlichter entstehen in Folge eines koronalen Masseauswurfs (CME) der auch in Richtung der Erde stattfinden muss. Dieser wurde vor dem Ereignis beobachtet und das Eintreffen des Teilchenstroms war für diese Nacht vorher gesagt. Schuld an dem CME war die Aktivität eines sehr großen Fleckenclusters von 16-facher Größe der Erde. Quelle waren die Fleckengruppen 3664 und 3668 in der südlichen Hemisphäre. Man rechnete aufgrund der Intensität des CME mit einem starken geomagnetischen Sturm. Untenstehend ein Bild der Sonne vom 12.05.2024. Der Fleckencluster ist schon weit an den Westrand gerückt.
Sonne am 12.05.2025, 13:30 Uhr UT, Sternwarte Oberwiesenthal, 130/910 f/7 Triplett-Refraktor mit Canon EOS 6D Mark II
Eine kurze Sonnebeobachtung gelang trotz permanent durchziehender Wolken am 04. März 2024 um 13:45 UT. Die Sonnenaktivität ist derzeit nicht allzu hoch. Bei 7 Grad Celsius, schwachem Wind und 25% Bewölkung, diese natürlich Murphys Gesetz folgend in Beobachtungsrichtung, ergab meine Fleckenzählung eine Relativzahl von 122.
Insgesamt neun Gruppen (davon drei auf der nördlichen Hemisphäre und sechs auf der südlichen) und 32 Flecken (13 nördlich und 19 südlich) waren bei mäßigem Seeing erkennbar. Markante Fackelgebiete waren sowohl am östlichen als auch am westlichen Sonnenrand zu entdecken.
Gegen 14.40 Uhr UT habe ich noch ein ser-file mit meiner QHY 5-III-178M aufgenommen und mit Autostakkert und Registax 6 bearbeitet. Die Aufnahme zeigt den westlichen Sonnenrand (Norden oben) mit der nördlichen Gruppe AR 3595 und der südlichen AR 3598.
Fleckengruppen AR3595 und AR3598 mit Fackelgebieten am 04. März 2024, 14:40 UT am westlichen Sonnenrand. R=3, S= 3 Q=fair. Sternwarte Oberwiesenthal, 130/910 f/7 Triplett-Refraktor, QHY 5-III-178M, Aufnahme mit Sharp Cap, Bearbeitung mit Autostakkert, Registax, Photoshop. (c) Guido Wollenhaupt
Manchmal findet man den Planeten Venus hell strahlend vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel, zu anderen Zeiten nach Sonnenuntergang am Abendhimmel. Nicht immer hat man die Zeit, genau dann mit dem Teleskop einen Blick auf unseren Nachbarplaneten zuwerfen. Mit einer Go To-Montierung kann man die Venus bei klarem Himmel auch am Tage sehr gut beobachten. Bei sehr guter Transparenz des Himmels findet man die „Schwester der Erde“ auch mit bloßem Auge.
Venus am 05.09.2023, 15:03 Uhr MESZ, TS 130/910 Triplett-Refraktor mit 2xBarlow. Okularprojektion, IPhone 11
Das oben stehende Foto entstand spontan bei einer Beobachtung der Venus mit einem Handy. Etwas Geduld braucht es schon eine Handykamera so auszurichten, dass ein einigermaßen scharfes Planetenfoto entsteht. Sehr schön ist die sichelförmige Phase zu sehen. Venus. war zu diesem Zeitpunkt zu 15,2% beleuchtet und war -4,5 mag hell. Die scheinbare Größe betrug 48,6“ und die Entfernung zur Erde 58,6 Mio. km.
Die steigende Sonnenaktivität beschert uns Sonnenbeobachtern immer neue Sonnen-fleckengruppen. So auch am Nachmittag des 8. Juli 2023. An diesem Tag ergab sich auch für mich die Möglichkeit mit meinem Equipment einen intensiveren Blick auf die Sonne zu werfen. Für die folgend beschriebene Beobachtung wurde der 130/910 f/7 APO-Refraktor und eine QHY 5III – 178 CMOS-Kamera eingesetzt. Als Sonnenfilter diente ein Baader-Astrosolar-Foliefilter.
An dieser Stelle gleich ein wichtiger! Hinweis. Erblindungsgefahr!! Die Sonne darf nur mit dafür geeigneten Sonnenfiltern beobachtet werden.
Sonnenflecken sind dunkle Stellen auf der scheinbaren Sonnenoberfläche, der Photosphäre. Sie sind kühler und strahlen daher weniger sichtbares Licht ab als die umgebende „Oberfläche“. Ihre Zahl und Größe bilden das einfachste Maß für die gegenwärtige Sonnenaktivität. Die Häufigkeit der Sonnenflecken unterliegt einem durchschnittlichen Zyklus von 11 Jahren. Gegenwärtig nimmt die Aktivität der Sonne deutlich zu. Die Flecken werden durch starke Magnetfelder erzeugt.
Über zwei markante Fleckengruppen möchte ich an dieser Stelle berichten. In der nördlichen Hemisphäre war die Fleckengruppe 3361 mittlerweile zu einer E-Gruppe gewachsen und zeigte viele Umbren und Penumbren. Eine Umbra ist der dunkelste Teil eines Flecks und die Penumbra der etwas hellere Hof darum. E-Gruppen können Ausdehnungen von bis zu 10 Erddurchmssern aufweisen, aus bis zu 100 Flecken (Umbren) bestehen und sie treten überwiegend bei hoher Sonnenaktivität auf.
Fleckengruppe 3361, Typ E am 08. Juli 2023, 13:15 Uhr UT, Gartensternwarte Oberwiesenthal, TS 130/910 f/7 APO mit QHY 5III-178M CMOS-Kamera. Ausschnittsvergrößerung
Am Ostrand befand sich die riesige F-Gruppe 13363. Sie war auch mit geeigneten Schutz mit dem bloßen Auge sichtbar. Da sich die Gruppe nah am Sonnenrand befand, waren auch eine Vielzahl von sogenannten Faculuae bzw. Fackeln zu sehen. Währenddessen die Sonnenflecken ca. 1.000 bis 1.500 Kelvin kühler als der Durchschnitt der Photosphäre sind, sind die Faculae etwa 1.500 Kelvin heißer und somit auch heller. Sie können im Weißlicht nur in der Nähe des Sonnenrandes beobachtet werden. Hier treten sie durch die typische Randverdunklung hervor. Die „Sonnenoberfläche“ bzw. die Photosphäre ist natürlich nicht völlig glatt. Die „rauhe“ Struktur in der Umgebung der Flecken nennt man Granulation.
Fleckengruppe 13363, Typ F am 08. Juli 2023, 13:15 Uhr UT, Gartensternwarte Oberwiesenthal, TS 130/910 f/7 APO mit QHY 5III-178M CMOS-Kamera. Ausschnittsvergrößerung
Da die Sonnenaktivität weiter im Ansteigen ist, bleibt es natürlich weiter spannend. Unser Zentralgestirn zeigt uns jeden Tag ein anderes „Gesicht“. Ich beobachte die Sonne bereits seit über 20 Jahren mehr oder minder regelmäßig visuell im sogenannten Weißlicht, sprich im sichtbaren Licht. Die hier gezeigten Aufnahmen der beiden Gruppen sind meine ersten ernsthaften Beobachtungen mittels einer CMOS-Kamera. Hier stehe ich noch am Anfang. Auch die H-Alpha-Beobachtungen sind ein spannendes Gebiet, wie im vorangegangenen Beitrag beschrieben.
Am 17. Juli 2022 gelang mir an meinem 80/600 ED-Refraktor ein erster Schnappschuss einer Sonnenprotuberanz. Um solche Beobachtungen und Fotos der Sonne machen zu können, ist ein spezieller Filter erforderlich. Zum Einsatz kam ein Daystar Chromosphere H-Alpha Filter mit 4fach – Telezentrik und ein 40 mm Televue-Plössl-Okular. Der Daystar ermöglicht es, nur einen ganz schmalen Teil des Sonnenspektrums zu beobachten. Genutzt wird hier nur das Licht des angeregten Wasserstoffs bei einer Wellenlänge von 656,28 Nanometern. Daher auch die rote Färbung der Aufnahme.
Nur im Bereich dieser Wellenlänge lassen sich Protuberanzen und Strukturen der Chromosphäre beobachten. Es sei denn, man wartet auf eine totale Sonnenfinsternis. Dann schirmt der Mond die helle Sonnenscheibe ab und die überwiegend in dieser Wellenlänge leuchtenden Bereiche der Chromosphäre und somit auch die Protuberanzen werden sichtbar.
Protuberanzen sind heftige Materieströme auf der Sonne, die am Sonnenrand als matt leuchtende Bögen beobachtet werden können.
Skywatcher 80/600 ED-Refraktor, Daystar Chromosphere mit 40 mm Televue-Plössl, fokal mit IPhone 11 (Freihand)
Diese Protuberanz erhob sich zur Beobachtungszeit gegen 16.17 Uhr MESZ etwa 75.000 km über dem Sonnenrand. Das Bild wurde mit einem, an das Okular gehaltenen IPhone 6s aufgenommen und lediglich in Photoshop beschnitten. Bemerkenswert sind die vielen Strukturen in den aufsteigenden Gasmassen. Dieser „Schnappschuss“ mit dem Handy ist gewissermaßen mein erstes „Werk“ in der H-Alpha-Fotografie.
Ein erster Versuch den Mond mittels einer Astrokamera aufzunehmen fand am Abend des 13. 03.2022 statt. Die Ergebnisse waren für den Anfang schon ganz gut, auch wenn die atmosphärischen Bedingungen nicht optimal waren. Im oben stehenden Bild ist die sehr markante Region um die Wallebene Clavius und dem gerade im Sonnenaufgang liegenden Krater Gassendi (der „Ring mit Perle“ oben rechts im Bild) zu sehen. Diese Formationen liegen im kraterreichen Süden des Mondes. Durch die astronomische Orientierung des Bildes steht die Szenerie auf dem Kopf. Weitere Bilder gelangen auch von meiner Lieblingsregion auf dem Mond, dem Mare Imbrium mit dem Sinus Iridium und dem Krater Plato. Das Mondalter des zunehmenden Mondes betrug zum Beobachtungszeitpunkt 10,4 Tage und er befand sich im Sternbild Krebs, also sehr hoch über dem Horizont. Er war 80,1 % beleuchtet und war 393.624 km von der Erde entfernt.
Zur besseren Orientierung habe ich für die Detailbilder auch Übersichtskarten mit den Bezeichnungen für die markantesten Objekte angefertigt.
An diesem Abend war es zwar sehr klar, allerdings blies ein unangenehmer starker, kalter Ostwind, der auch die Luft sehr unruhig machte. Keine einfachen Bedingungen. Um eine solche Aufnahme zu erhalten, habe ich an meinem 80/600 ED-Refraktor eine QHY-5-III-462C CMOS-Kamera mit einer 2-fach Barlowlinse angeschlossen. Damit konnte ich eine Brennweite von 1.200 mm erreichen, welche am Mond schon eine Anzahl an Details zeigt. Das gezeigte Bild ist allerdings kein einzeln aufgenommenes Bild, sondern der Extrakt aus einem Videofile mit 1.500 Bildern, welches mit der Software SharpCap aufgenommen wurde. Mittels Autostakkert und Registax 6.0 wurde dieses File nach den besten und schärfsten Einzelbildern durchsucht. Diese wurden danach gestackt, exakt ausgerichtet und mit sogenannten Wavelet-Filtern geschärft. Eine weitere Bearbeitung fand mit Photoshop statt. Eine genauere Beschreibung meines Workflows hierzu folgt später einmal. Fürs Erste ein ganz annehmbares Ergebnis mit doch relativ geringen Mitteln. Aber es zeigt, was mit einem kleinen Refraktor mit nur 600 mm Brennweite heutzutage technisch möglich ist. Eine höhere Auflösung ließe sich mit einem Teleskop mit mehr Öffnung und Brennweite erzielen.
Südhalbkugel des Mondes – 13.03.2022Südhalbkugel Detail mit Tycho und FlaviusMare Imbrium mit Sinus IridiumKarte des Mare ImbriumKarte Südhalbkugel Mond
Am 27. Februar 2022 war es endlich soweit. Montierung und Steuerung an meinem Standort in Oberwiesenthal waren fertig eingerichtet und nach einigen Vorarbeiten konnte diese erste klare Nacht nach einer langen Schlechtwetterphase endlich für Beobachtungen und Tests genutzt werden
Zum Einsatz kam mein 80/600 ED-Refraktor und ich prüfte zunächst nochmals die korrekte Ausrichtung der Montierung auf den Himmelsnordpol. Hier musste aber aufgrund einer nicht richtig festgezogenen Stellschraube neu justiert werden, was mittels der Software Sharpcap und einer QHY 5-III 462 C – Kamera recht schnell erledigt war. Die Ausrichtung ist trotz der recht groben Einstellmöglichkeiten an der ALT-5 ADN-Montierung in Azimut und Höhe doch ganz passabel geworden.
Ausrichtungsgenauigkeit der Stundenachse auf den Himmelsnordpol
Die Montierung positioniert nun genau auf das ausgewählte Himmelsobjekt und führt perfekt nach.
Eigentlich war ein Test mit einer CCD-Kamera am 80/600 ED-Refraktor noch nicht geplant, aber ich hatte noch Zeit und Versuch macht klug. Meine Moravian G2-1600 CCD-Kamera passt zwar hinsichtlich der Pixelgröße (9 my) nicht zum Refraktor. Bei 600 mm Brennweite entspricht das einer Auflösung von rund 3 Bogensekunden pro Pixel und ist somit deutlich im sogenannten „undersampling“. Das geht auf Kosten der Auflösung.
Für einen ersten Test, ob Aufnahmekamera, Autoguider, Steuerung und Montierung mit Aufnahme- und Steuersoftware zusammenwirken, wurde die „Needle-Galaxy“, NGC 4565 im Sternbild Haar der Berenice (Coma Berenicis) aufgesucht und erste Bilder aufgenommen. Um wirklich punktförmige Sterne zu erhalten, muss das Teleskop mit der Kamera der Erddrehung nachgeführt werden. Das erledigt der Antrieb der Montierung. Um dieses „Nachführen“ so exakt wie möglich zu erledigen, wird mit einer zweiten Kamera an einem zweiten kleinen Teleskop ständig automatisch die Position eines sogenannten Leitsterns gemessen und die Abweichungen von der SOLL-Position durch die Montierung korrigiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Sterne sind punktförmig und es war eine Freude der Nachführkontrolle auf dem Monitor zuzusehen. Nur minimalste Abweichungen.
Needle-Galaxie NGC 4565 im Sternbild Haar der Berenice (Coma Berenicis)
Im Bildzentrum ist die lang gestreckte Form von NGC 4565 gut zu erkennen. Auch das Staubband mit Verdickungen entlang der Achse der Galaxie ist gut zu erkennen. Für dieses Bild wurden zwei Aufnahmen mit einer Gesamtbelichtungszeit von 7 min kombiniert. NGC 4565 ist eine Sterneninsel im All, etwas größer als unsere Milchstraße. Wir sehen das Licht von 120 Milliarden Sonnen aus einer Entfernung von 39 Millionen Lichtjahren.
Aufnahme mit Objektbezeichnung
Nachfolgend noch weitere Informationen zu den wichtigsten Objekten auf dieser Aufnahme:
NGC 4562: Galaxie in 36 Mio Lichtjahren Entfernung, visuelle Helligkeit: 14.37 mag
IC 3546: Galaxie in 310 Mio. Lichtjahren Entfernung, visuelle Helligkeit: 14.6 mag
IC 3543: Galaxie in 280 Mio. Lichtjahren, visuelle Helligkeit: 15.8 mag
Mit nur 14 min Belichtungszeit mit einem relativ kleinen Teleskop aber einer empfindlichen CCD-Kamera gelang beim „first light“ (erstes Licht) der Sternwarte Oberwiesenthal schon ein wirklich tiefer Blick ins Weltall.
Meine erste Beobachtung einer Sonnenfinsternis von „eigener Scholle“ (im Garten) fand am 10. Juni 2021 statt. Leider waren die Wetterbedingungen alles andere als optimal. Es war stark bewölkt, zeitweise bedeckt und ich hatte wenig Hoffnung überhaupt etwas von diesem Ereignis zu sehen. Zu Beginn der partiellen Phase fing es auch noch an leicht zu regnen.
Just zum Zeitpunkt der größten Bedeckung der Sonne durch den Mond zog es ein wenig auf und mir gelang dieses Foto. Zum Einsatz kam ein 80/600 ED-Refraktor auf einer Losmandy G-11-Montierung. Als Kamera diente eine Canon EOS 5D II die fokal am Refraktor angebracht wurde. Aus den wenigen Aufnahmen wurde die oben gezeigte ausgewählt und entsprechend nachbearbeitet. Aus der ursprünglichen Farbaufnahme wurde eine monochrome erstellt und der Kontrast angehoben. Auf der Photosphäre sind wenige kleine Sonnenflecken sichtbar.
„Arbeitsplatz“ zur Sonnenfinsternis. Im Hintergrund ist der Bauplatz der Sternwarte mit der zukünftigen Basis (Säule) für die Montierung zu sehen.
Trotz des doch sehr schwierigen Wetters für eine solche Beobachtung ein schönes Ergebnis. Der Standort ist auch hinsichtlich des Luftunruhe (Seeings) nicht der schlechteste. Mir sind selbst im Winter mit dem Refraktor schöne visuelle Sonnenbeobachtungen gelungen, mit knackscharfen Sonnenflecken.
Zeitweise sah es sah aus (Rohbild, beschnitten)Bearbeitetes Bild der Sonnenfinsternis, Bilddaten folgen